Alleinerziehende mit einem oder mehreren Kinder nehmen in unserer Gesellschaft zu. Statistiken (Juni 2006) besagen, dass in Deutschland 18% der Familien nur einen Elternteil haben. In ihnen wachsen ein Fünftel aller Kinder auf. Dabei sind 85% der Alleinerziehenden Frauen. Fast ein Drittel der Alleinerziehenden sind als arm zu bezeichnen und auf Sozialleistungen angewiesen. Sie haben weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens. Am härtesten trifft die Armut die Kinder. Sie müssen starke Einschränkungen in Kauf nehmen, können nicht an kulturellen oder an anderen Veranstaltungen teilnehmen, können keine Klassenausfahrten mitmachen und werden aufgrund ihrer Kleidung oft ausgegrenzt.
Die seelischen Probleme sind massiv. Viele sehen sich in ihrem Selbstwertgefühl, ihrer Identität in Frage gestellt. Schuldgefühle machen sich breit, Selbstvorwürfe kommen auf. Die innere Not der Kinder äußert sich oft durch ein auffälliges Verhalten. Oftmals zieht die Trennung der Eltern einen Leistungsabfall in der Schule nach sich. Alleinerziehend zu sein hat in den meisten Fällen einen deutlichen sozialen Abstieg zur Folge. Man verliert einen Teil der gemeinsamen Freunde, vielleicht sogar alle. Viele begegnen einem mit Vorurteilen. Man gerät zunehmend in Isolation.
Christen sind hier gefordert. Sie haben nach dem Wort des Paulus im Galater 6,2 zu leben und zu handeln: „Einer trage die Last des anderen, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Was sich alleinerziehende Elternteile wünschen, ist jemand, der ihnen einfach zuhört, ohne zu werten, ohne gleich „gute Ratschläge“ parat zu haben.
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