Der Mensch – ein Geschöpf Gottes
Der Mensch ist ein Geschöpf Gottes. In der Bibel lesen wir, dass Gott den Menschen geschaffen hat. "So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau" (1. Mose 1, 27). Gott bildete den Menschen aus den Staub der Erde und blies ihm den Lebensatem ein. Dadurch wurde der Mensch zu einer lebenden Seele.
Gott hat den Menschen so geschaffen, dass er zu ihm reden und dieser ihn hören kann. Damit steht der Mensch in Beziehung zu Gott, das ist eine Beziehung, in der sich seine Persönlichkeit entfalten kann. Der Mensch trägt als Ganzes Gottes Prägung. Hier wird die Bestimmung des Menschen festgelegt.
Die Bestimmung des Menschen
Der Mensch ist geschaffen zum Ebenbild Gottes. Gott wendet sich dem Menschen zu, so kann der Mensch sich selber Gott zuwenden. Der Mensch ist auf Beziehungen angelegt. Die wichtigste Beziehung überhaupt ist die Beziehung zu Gott. Hier heraus resultieren alle anderen Beziehungen. Der Mensch ist dazu bestimmt, in Gemeinschaft mit Gott zu leben. Und Gott setzt ihn ein, seine Schöpfung zu bebauen und zu verwalten. Er gibt ihm den Auftrag, über die Natur zu herrschen.
Der Mensch ist kein Einzelwesen. Er ist angewiesen auf andere Menschen, die ihm zur Seite stehen und ihm helfen. Der Mensch ist dazu bestimmt, in Gemeinschaft mit anderen zu leben. Diese Gemeinschaft findet den tiefsten Ausdruck in der Ehe. Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen.
"Es ist nicht gut, dass der Mensch so allein ist" (1. Mo. 2, 18). Damit der Mensch nicht allein bleibt, schafft Gott dem Mann ein Wesen, das zu ihm passt, aber anderen Geschlechts ist. Die Bestimmung des Menschen ist die Existenz zu zweit als Mann und Frau. Beide, Mann und Frau, empfangen gemeinsam Segen und Auftrag, sich die Erde untertan zu machen. Zwischen Mann und Frau besteht keinerlei Rangunterschied. Sie sind in ihrer Unmittelbarkeit zum Schöpfer gleichrangig und gleichwertig.
Der Aufenthaltsort des Menschen
Gott bestimmt den Garten Eden – das Paradies – zum Aufenthaltsort des Menschen. Der Mensch ist für ein Leben im Paradies bestimmt. Hier kann der Mensch sein Leben frei entfalten. Hier kann er Gott begegnen. Hier lebt er in Harmonie, Frieden und Geborgenheit. In der Gegenwart Gottes hat der Mensch wahres, erfülltes Leben. Hier ist alles noch heil. Hier gibt es keine lebenszerstörende Mächte, keine Krankheiten, keine Schmerzen, kein Leid. Zu diesem Leben ist der Mensch – von Gott her – bestimmt. Darüber steht das Urteil Gottes: Es ist sehr gut.
Zusammengefasst kann gesagt werden:
Der Mensch ist bestimmt
- zu einem Leben mit Gott,
- zur Gemeinschaft mit anderen Menschen,
- zur Ehe,
- zum Leben im Paradies.
Der Sündenfall
Unsere Erfahrung ist aber eine ganz andere. Wir leben nicht im Paradies. Wir haben keinen Frieden. Unsere Welt ist nicht heil, sondern durch und durch kaputt. Wie kommt das? Warum ist das ganz anders, als es Gott ursprünglich wollte.
Daran ist der Mensch selber schuld. Er war nicht mit dem zufrieden, wozu Gott ihn bestimmt hatte. Er wollte mehr. Er wollte sein wie Gott. So lehnte er sich gegen Gott auf und tat Dinge, die Gott ihm verboten hatte. Der Ungehorsam des Menschen zerstörte seine Bestimmung und brachte Not und Unheil über ihn.
Im Sündenfall (1. Mo. 3) wollte der Mensch "wie Gott" werden: Er stellte sich selbst an Gottes Stelle. Nicht mehr Gott war der Mittelpunkt seines Lebens, sondern der Mensch machte sich selber zum Maß aller Dinge und stellte sein ICH in den Mittelpunkt. Seitdem läuft alles grundverkehrt: Der Mensch kann nun nicht mehr in Gemeinschaft mit Gott leben, weil Sünde ihn von Gott trennt. Damit hat der Mensch auch Lebenssinn und -ziel verloren. Gottesferne führt zur "Verfinsterung des Herzens". Der Mensch ist geistlich tot.
Als Folge der Sünde verliert der Mensch seine göttliche Bestimmung. Für den Mann verkehrt sich der Auftrag zum Bebauen und Bewahren der Schöpfung zur Mühsal der täglichen Arbeit. Für die Frau wird der Mann vom partnerschaftlichen Gegenüber zum mehr oder weniger liebevollen Herrscher. Die Freude des Gebärens wird durch Schmerzen getrübt (1. Mo. 3).
Die Sünde lässt selbst den Bruder zum Feind werden. Darin wird noch einmal deutlich, wie sehr die Menschen auf Gott angewiesen sind. Wo sie sich von ihm entfernen, endet jede Krise mit einem Unglück (Kain und Abel). Je mehr die Sünde Macht über die Menschen gewinnt, desto trostloser wird ihr Leben.
Gott aber schlägt die Tür zum Paradies nicht ganz zu. Er liebt die Menschen und will, dass sie umkehren und zu ihm zurückkommen. Durch seinen Sohn Jesus Christus schafft er dir Möglichkeit dazu. Durch das Sterben am Kreuz und durch die Auferstehung von den Toten hat Jesus die Macht der Sünde gebrochen und allen Menschen den Weg bereitet, auf dem sie zu Gott zurückkehren können. Wer Jesus im Glauben als Herrn und Retter annimmt, den beschenkt Gott mit einem neuen Leben. Wer in allem Jesus vertraut und ihm nachfolgt, der findet zur eigentlichen Bestimmung des Menschen wieder zurück. Er darf ein Kind Gottes sein und in Gemeinschaft mit ihm leben.
Zwar wird der Mensch auf der Erde keine paradiesischen Zustände mehr erreichen, aber wer Jesus nachfolgt, dessen Leben wird auf der Erde schon Erfüllung finden und in der Herrlichkeit Gottes zur Vollendung kommen.
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