Die Ehe

Der Mensch ist zur Ehe bestimmt

Gott schuf den Menschen als Mann und Frau. Sie sind dazu bestimmt, ein Leben in Gemeinschaft zu führen. In der Ehe findet die Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau ihren tiefsten und reichsten Ausdruck. Die Ehe ist eine von Gott gegebene Ordnung, in der sich das gemeinsame Leben zweier Menschen unterschiedlichen Geschlechts entfalten kann. Hier kann sich das ungeteilte Glück zweier Menschen vollenden. Gott lässt es nicht zu, dass dieses Glück zerstört wird. Daher auch das Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen!"

Gott selber hat die Ehe geschaffen. Er sagte: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Gehilfin geben". So gab er dem Mann eine Gefährtin, mit der er gemeinsam das Leben gestalten und führen kann. Die Ehepartner sind füreinander da, unterstützen einander, stehen sich gegenseitig bei.

Die Ehe ist nicht nur zur Fortpflanzung da. Wichtig für die Ehe ist auch die Sexualität und das Gefühl. Die Liebe spielt in der Ehe eine entscheidende Rolle. Ohne Liebe ist die Ehe zum Scheitern verurteilt. Das Hauptziel der Ehe ist aber die Gemeinschaft. Wahre, tiefe, echte, auf Liebe gegründete Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau ist die Hauptmotivation der Ehe. Aus dieser Grundlage heraus fließen alle anderen Ziele wie Kinder, gemeinsame Arbeit, Sexualität usw.

"Darum wird ein Mann Seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden" (1. Mo. 2, 24). Eine Ehe unter dem Segen Gottes ist dort verwirklicht, wo ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlässt, wo er an seiner Frau hängt und wo die beiden ein Fleisch sind. Eine Ehe ist nur da möglich, wo beide aus ihrem alten Familienverband ausscheiden, um ganz frei füreinander da zu sein. Es ist die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zur Ehe freizugeben. Die Ehe ist wichtiger als die Beziehung zum Elternhaus. Sie ist von Gott als dauerhafte Beziehung gedacht.

Die personelle Gemeinschaft von Mann und Frau ist im umfassenden Sinne zu verstehen. Dazu gehören die körperliche und die geistige Gemeinschaft beider Partner, das gegenseitige Helfen bei der Arbeit und das gegenseitige Verstehen, die Freude aneinander und das Ausruhen aneinander. Die körperliche Gemeinschaft wird nicht notwendig mit dem Zweck der Kinderzeugung verbunden. Das Einswerden der Geschlechter hat Wert und Bedeutung in sich. Der eheliche Verkehr gehört auch dann noch in die Ehe, wenn das Ehepaar – aus welchen Gründen auch immer – keine Kinder haben kann. Für die Unterbrechung des ehelichen Verkehrs nennt Paulus drei Gründe: Beide Teile müssen zustimmen, die Unterbrechung muss auf bestimmte Zeit begrenzt sein, und sie darf nur geschehen mit einer geistlichen Begründung (1. Kor. 7, 1-7).

Eine gute Ehe ist gekennzeichnet durch

Jede Form einer Ehe, die nicht der von Gott bestimmten Einheit zwischen einem Mann und einer Frau entspricht – wie z.B. die Beziehung zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern oder auch die Beziehung zwischen mehr als zwei Partnern – widerspricht der Ordnung Gottes und verstößt gegen Gottes Gebot. Solch eine Form ist daher als widergöttlich abzulehnen. Die Not innerhalb einer Ehe entsteht ja gerade dort, wo die von Gott bestimmte Einehe nicht mehr berücksichtigt wird, wo die Einheit von Mann und Frau nicht mehr vorhanden ist, wo jeder Partner seinen eigenen Weg geht, wo die Sexualität außerhalb der Ehe ausgelebt wird. Die zunehmende Individualisierung scheint eine wichtige Ursache für den Zerbruch von Ehen zu sein.

Die Ehe ist auf Dauer angelegt. So wie es Gott wollte, sollte es keine Scheidung geben. Vor dem Sündenfall war "alles gut". Jesus sagt in Matthäus 19, 1,12, dass Mose die Ehescheidung nur unter bestimmten Umständen erlaubt habe. Mose hat die Scheidung nur zugestanden, weil der Mensch sein Herz gegen Gott verhärtet hat. Jesus weist daraufhin, dass das nicht von Anfang so war. Erst mit der Sünde kam auch der Zerbruch der Ehe.

Leider werden immer mehr Ehen geschieden. Viele Eheleute haben sich auseinandergelebt. Sie können nicht mehr miteinander. Das Zusammenleben wird zur Qual. Als letzter Ausweg bleibt nur die Scheidung. Doch mit der Scheidung ist das Problem nicht aus die Welt geschafft. Zurück bleiben tiefe seelische Wunden, die in vielen Fällen nie heilen.

Die wichtigste Ursache für das Scheitern ist der Egoismus. Doch das Problem sitzt viel tiefer. Das Grundübel ist das Leben ohne Gott. Von Gott wollen die Menschen nichts wissen. Seine Gebote werden beiseite geschoben. Jeder lebt für sich nach seinen eigenen Interessen. Weil die Beziehung zu Gott zerstört ist, ist auch die Beziehung des Menschen zu seinem Mitmenschen und zu seinem Ehepartner gestört.

Jesus Christus kam zu den Menschen, um das Übel – die Sünde – an der Wurzel zu packen und rauszureißen. Das hat er am Kreuz von Golgatha getan. Weil Jesus für uns am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden ist, ist Heilung möglich - auch für kaputte Ehen. Jesus bringt die Beziehung zu Gott in Ordnung und wenn diese Beziehung in Ordnung ist, dann können auch alle zwischenmenschlichen Beziehungen geheilt werden. Wo beide Partner gemeinsam Jesus vertrauen, wird auch ihre Ehe sich in ihrem ganzen Reichtum entfalten.

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