Ursachen der Einsamkeit

Krankheit
Für Einsamkeit gibt es viele Ursachen. Eine kann Krankheit sein.

In der Bibel wird von einem Menschen berichtet, der war 38 Jahre krank, körperbehindert in schwerster Form war - und er war allein gelassen (Johannes 5, 1-16). Niemand kümmerte sich um ihn. Hatte er keine Angehörigen? Sonst niemanden? Der Kranke hatte niemanden, der ihm half, mit dem er reden konnte, bei dem er sich aussprechen konnte, der ihm zur Seite stand. Aber Jesus wandte sich diesem einen Kranken zu. Er sah ihn, ging nicht an ihm vorüber, sondern auf ihn zu und sprach ihn an. Jesus wurde für diesen einen zu demjenigen, der half. Seine wirkliche Hilfe gipfelte schließlich darin, dass er den Kranken heilte. Zwar blieb dieser Mann weiterhin allein, aber er hatte etwas erfahren, was ihn trägt: die Liebe Jesu. Sollte er auch weiterhin keinen Menschen haben, der ihm zur Seite steht, einer aber ist für ihn da: Jesus.

Bei lang andauernden Krankheiten werden die Besuche meistens weniger. Der Kranke fühlt sich alleingelassen.

Vorurteile - Verachtung
Eine andere Ursache können Vorurteile und Verachtung sein.

In der Bibel, im Johannesevangelium, wird nicht nur von diesem kranken Mann berichtet, sondern auch von einer Frau aus Samaria (Johannes 4, 1-42). Diese Frau war fünfmal verheiratet gewesen und nun lebte sie mit dem sechsten Mann zusammen, ohne mit ihm verheiratet zu sein. Auf Grund dieser Lebensweise stieß sie bei den anderen auf Vorurteile und wurde von ihnen verachtet. Es fällt auf, dass sie um die Mittagszeit zum Brunnen geht und dass sie allein kommt. Normalerweise versammelten sich in der damaligen Zeit die Frauen am Nachmittag oder am Abend am Brunnen, um gemeinsam Wasser zu schöpfen und um miteinander zu reden. Sie aber kam allein. Die Samariterin wurde wegen ihres Lebenswandels von anderen gemieden. Das führte sie in die Isolation. Sie war einsam.

Gegenüber Jesus spricht sie die wirkliche Situation ihres Lebens aus: "Ich habe keinen Mann." Gerade in diesem Ausspruch liegt der ganze Jammer ihres Lebens. Sie wollte der Einsamkeit entfliehen und hat sich deswegen immer wieder einen Lebensgefährten gesucht und doch nicht die Erfüllung ihres Lebens gefunden. Fünf Männer hatte sie früher gehabt und mit dem sechsten, mit dem sie nun zusammenlebte, war sie nicht verheiratet. Immer wieder hat sie in dem "Mann" die Geborgenheit, die Liebe, die Sinnerfüllung des Lebens gesucht - und doch nicht gefunden.

Nun begegnet sie Jesus vor der Stadt am Brunnen. Jesus bricht die Einsamkeit auf, indem er sich dieser Frau zuwendet. Alle anderen machen einen großen Bogen um sie - Jesus nicht. Er spricht sie an, deckt aber auch ihre Schuld auf, ohne sie zu verurteilen oder zu verletzen. Er nimmt sie an, hält sie aus. Sie merkt, dass sie mit ihrer Sehnsucht nach Lebenserfüllung nicht allein gelassen ist. Durch Jesus erfährt sie Vergebung. Das befreit sie zu neuem Leben.

Alter
Viele Gleichaltrige sterben. Dadurch wird der Freundeskreis alter Menschen kleiner. Senioren fällt es schwer, neue Kontakte zu knüpfen. Es wird "still" um diese Menschen. Oft sind sie allein "in ihren vier Wänden".

Alleinstehende
Alleinstehende haben nie die Lebenserfüllung gefunden, die ein Mensch durch die Ehe haben kann. Die Sehnsucht nach einem Lebensgefährten, nach Zweisamkeit, menschlicher Wärme brennt in ihnen wie loderndes Feuers. Gerade in den Abendstunden und Nachts wird für sie die Einsamkeit zu einem existentiellen Problem.

Ursachen, die im Menschen selber liegen
Durch seelische Ursachen oder persönliches Fehlverhalten bauen Menschen "Dämme", die den Betroffenen hindern, in Beziehung mit anderen zu treten und zu leben oder die Beziehungen zerstören.

Solche "Mauern" können sein:
- Befürchtungen, sich nicht richtig zu verhalten oder etwas Falsches sagen,
- Angst, ausgelacht zu werden,
- Menschenfurcht,
- Unversöhnlichkeit,
- Rechthaberei,
- Besserwisserei,
- Kritiksucht,
- Enttäuschungen
- usw.

 

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